Pressemitteilungen

Ute Behrend | Bärenmädchen 20.06.2019

Ute Behrends Bärenmädchen – Schutz dem Selbst

Eine erfundene Geschichte am Anfang dieses Fotobildbands zeigt uns die Grenze der Realität. Nichts ist gewiss, aber wir können alles glauben.

Adoleszenz ist das Thema von Ute Behrends neuem Bildband. Sie erzählt von einem fiktiven „Indianerstamm“, der seine pubertierenden Mädchen von den übrigen Mitgliedern absondert und in Bärenfelle kleidet, um sie vor verfrühter Sexualisierung zu bewahren. So entsteht ein Schutzraum, der es den Mädchen in dieser wichtigen Lebensphase erlaubt, sich frei und selbstbestimmt zu entfalten. Behrend nennt sie „Bärenmädchen“ und zieht Parallelen zu unserer Gesellschaft, in der Freiräume für heranwachsende Mädchen ständig kleiner werden.

In einem Interview am Ende des Buchs stellt Ute Behrend fest, dass viele Mädchen versuchen, sich den Stereotypen sexualisierter Identifikation zu entziehen, die von Gesellschaft und Medien geprägt werden. Oft zeige sich das in Verhaltensweisen wie dem Tragen von zu großen Pullovern, die die Mädchen aus dem Kleiderschrank des Vaters leihen. Dabei versteht Behrend die Bärenmädchen als direkten Gegenentwurf zu der von Vladimir Nabokov erfundenen Lolita, der Kindfrau. Auf der Coverrückseite des Fotobands zitiert sie aus John Irvings Roman „Hotel New Hampshire“: ,Schon komisch‘, sagte Susie, ,ich bin eigentlich kein großer Kämpfer, aber niemand versucht, sich mit einem Bären anzulegen. Ich brauche so einen Kerl nur zu packen, und schon kugelt er sich zusammen und fängt an zu wimmern. (…) Keiner wehrt sich, wenn Du ein Bär bist.‘ Auch in Irvings Roman braucht ein Mädchen ein dickes Fell: Nach einem sexuellen Übergriff benutzt sie ein Bärenfell als Schutzidentität.

Die ursprüngliche Idee ist jedoch noch viel älter. Die griechische Göttin Artemis kleidete ihre Gespielinnen in Bärenfelle, um sie vor dem Begehren der Männer zu verstecken. War eine von ihnen mit einem Mann zusammen gewesen, egal ob gewollt oder ungewollt, wurde sie aus dem Palast vertrieben.

Ute Behrend hat ein Fotobuch voll poetischer Bildkompositionen geschaffen. Es werden Dinge sichtbar, die nicht zum Sichtbaren gehören. Die emotionale Macht der Bilder nutzend, formuliert sie neue Geheimnisse. Vorher Ungedachtes wurde gefunden und verwoben zu neuen Rätseln. ,Ihre‘ Bärenmädchen bewegen sich darin wie in einem archetypisch an der Natur orientierten Umfeld. Sie wirken zeitlos, sensibel und verloren. Viele der Mädchenporträts sehen aus, als wären sie aus einer zufälligen Situation heraus entstanden. Das Gegenteil ist der Fall. Behrend hat Orte und Darsteller sorgfältig recherchiert und inszeniert. Und ganz wie in einer erfundenen Geschichte gibt es auch wilde Tiere zu bestaunen. Oft weit weg und nur ganz klein im Bild. Sie wollen nicht gesehen und nicht angefasst werden – so wie die Bärenmädchen in diesem Buch.

Über BUMMBUMM BOOKS

BUMMBUMM BOOKS ist noch neu in der Verlagslandschaft und hat es sich zum ehrgeizigen Ziel gesetzt, den poetischen Raum zurückzuerobern – sei es in Form von Fotobüchern wie dem vorliegenden von Mit-Verlegerin Ute Behrend, Fine-Art-Prints oder auch den freedom books, die den ganz persönlichen Konzepten von Freiheit gewidmet sind. Ein scharfer Blick, aktuelle thematische Diskurse, sorgfältige Gestaltung und hervorragende Druckqualität bestimmen das engagierte Programm der Kölner um Verleger Florian v. Wissel.

 

Ute Behrend
Bärenmädchen | Beargirls 2019

Hardcover, Fadenheftung, Blindprägung
22 x 29,7 cm
128 Seiten, 96 farbige und 1 s/w-Abbildung
Deutsch, Englisch
Auflage von 549 Ex.
Preis 45,– €
ISBN 978-3-948059-00-2

Beiträge Barbara Hofmann-Johnson, Ute Behrend
Übersetzung Tom Ashforth
Illustrationen Karla-Jean v. Wissel
Gestaltung Florian v. Wissel


Weitere Informationen zur Künstlerin unter:
www.utebehrend.de

 

Auf dieser Seite finden Sie freigegebene Pressebilder in Druckqualität bis zu einer Breite von 16 cm (für eine höhere Auflösung bitten wir Sie, mit uns Kontakt aufzunehmen). Im Rahmen einer Rezension sind das Cover sowie bis zu drei Fotografien aus dem Buch zum Abdruck freigegeben unter Angabe des Copyright-Vermerks.

Im Pressedownload stellen wir Ihnen weitere Daten zur Verfügung:

Ute Behrend | Bärenmädchen / Beargirls – English20.06.2019

Ute Behrends Bärenmädchen / Bear Girls – Protecting the Self

An invented story at the start of this photobook will show the limits of reality. Nothing is certain, but we can believe everything.

Adolescence is the topic of Ute Behrend's new photo book. It tells of a fictitious "Indian tribe" that separates its pubescent girls from other group members and dresses them in bearskins in order to protect them from premature sexualization. Thus a shelter is created that allows the girls to develop freely and self-determinedly in this important phase of their lives. Behrend calls them "bear girls" and draws parallels to our society, in which free spaces for adolescent girls are constantly diminishing.

In an interview at the end of the book, Ute Behrend states that many girls try to evade the stereotypes of sexualised identification that are shaped by society and the media. This is often manifested in the girls behavioural patterns such as wearing too large sweaters, borrowed from their father's wardrobe. Behrend understands bear girls as a perfect antithesis to Lolita, the child woman invented by Vladimir Nabokov. On the back cover of the photo book she quotes from John Irving's novel "Hotel New Hampshire": It's funny,' Susie said, 'I'm not really a big fighter, but nobody tries to mess with a bear. All I have to do is grab a guy like that and he'll roll up and start whimpering. (...) Nobody fights back when you're a bear.' In Irving's novel too, a girl needs a heavy coat: after being sexually assaulted, she uses a bearskin to protect her identity.

However, the original idea is much older. The Greek goddess Artemis dressed her playmates in bearskins to shelter them from the sexual desire of men. If one of them had been with a man, whether intentionally or unintentionally, she was expelled from the palace.

Ute Behrend has created a photo book full of poetic compositions. Things become visible that do not belong to the visible. Using the emotional power of her images, she formulates new mysteries. The Previously unthought was found and woven into new riddles. 'Her' bear girls move in them as if immersed in an archetypically nature-oriented environment. They seem timeless, delicately sensitive and lost. Many of the girls' portraits look as if they were taken in random situations. The opposite is the case. Behrend has carefully researched and staged places as well as actors. And just like in a fictional story, there are also wild animals to be admired. Often far away and quite small in size within the image. They neither want to be seen nor touched – just like the bear girls in this book.

About BUMMBUMM BOOKS

BUMMBUMM BOOKS is yet new in the publishing landscape and has set itself the ambitious goal of reclaiming the poetic space – be it in the form of photo books such as this one by co-editor Ute Behrend, fine art prints or freedom books dedicated to the very personal concepts of freedom. A sharp eye, current topics of dispute, carefull design and outstanding print quality characterize the ambitious program of the Cologne-based publisher Florian v. Wissel.

 

Ute Behrend
Bärenmädchen | Beargirls 2019

Hardcover, thread-stitching, blind embossing
22 x 29,7 cm
128 pages, 96 coloured and 1 b/w-illustration
German, English
Edition of 549 Ex.
Price 45,– €
ISBN 978-3-948059-00-2

Contributions by Barbara Hofmann-Johnson, Ute Behrend
Translation Tom Ashforth
Illustrations Karla-Jean v. Wissel
Design Florian v. Wissel


Further information about the artist:
www.utebehrend.de

 

On this page you will find approved press photos in print quality up to a width of 16 cm (for a higher resolution please contact us). As part of a review, the cover and up to three photographs from the book are approved for reproduction, provided the copyright notice is quoted.

In the press download below you will find further material: